Man denkt immer, die Liebe ist dazu da, die Menschen glücklich zu machen. Ich denke, das sollte sie auch, von Anfang an. Glücklich machen.
Damals, als ich noch ein Kind war, da habe ich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gedacht, sie wäre einfach so da. Und sie wäre gut. Und es gäbe nichts schlechtes daran. Ich habe meine Mama und meinen Papa und die haben sich lieb, schon immer. Und die werden sich auch immer lieb haben. Und die Eltern meiner Freunde haben sich auch lieb. Und alles bleibt für immer genau so. Dafür ist die Liebe da. Um für glückliche Familien zu sorgen. Damit die Menschen zueinander finden.
Aber seit einem bestimmten Zeitpunkt in meinem Leben, hat sich diese Sichtweise schlagartig in die komplett gegensätzliche Richtung entwickelt. Als ich Begriff, dass die Liebe auch genauso unglücklich machen kann. Und als ich lernte, dass eben nicht alle Familien für immer ein Herz und eine Seele bleiben.
Ich weiß nicht warum, aber als ich gerade auf dem Weg war, aus meinen Kinderschuhen zu schlüpfen und älter zu werden, genau zu diesem Zeitpunkt als ich gerade begann, das Leben ansatzweise zu verstehen, genau dann gab es für mich ein Ereignis, das dafür sorgte, dass ich bis Heute, eine felsenfeste Überzeugung gegenüber der Liebe, der Partnerschaft, der Ehe, Männern und Frauen habe.
Ich weiß, dass Liebe ein schwieriges Thema ist. Und ich weiß auch, dass ich bei Äußerungen diesbezüglich oft als sehr pessimistisch angesehen werde, auch wenn mir das natürlich noch nicht direkt gesagt wurde, aber ich spüre das.
Menschen verlieben sich. Das ist Elementar für uns. Es ist das Ziel der meisten, jemanden zu finden, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen will und kann.
Doch ich habe gelernt, dass diese Bilderbuchauffassung von der ewigen Liebe in der Realität leider immer weniger verwirklicht werden kann.
Natürlich glaube ich daran, dass es die wahre Liebe gibt. Und das Menschen dadurch glücklich werden. Aber eben nicht für immer. Die Menschen verändern sich und heutzutage verändert sich alles so schnell, dass ich glaube, die Anzahl derjenigen, die ihren Partner öfter wechseln, als es eigentlich "nötig" wäre, immer mehr steigt.
Sicherlich wird es auch Menschen geben, die wirklich schon seit langer Zeit und für den Rest ihres Lebens zusammen geblieben sind,aber das war dann auch wieder zu einer anderen Zeit, als die, die wir heute durchleben.Eine Zeit, in der jeder danach strebt sich selbst zu erfüllen, glücklich zu werden, Abenteuer zu erleben, bloß nie "einzuschlafen", weil man ja bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht nur einen Partner in seinem Leben hatte und so viele, mögliche Erfahrungen verpasst hat.
Ja, das klingt sehr negativ. Aber auch auf die Treue bezogen, glaube ich, (ja, ich vermute es, ich weiß es nicht..) dass dieser Wert zunehmend verloren geht. Ich glaube wirklich, dass es immer "normaler" wird, zu betrügen. Das klingt hart, aber ich erlebe meine Generation, in der dies am laufenden Band geschieht. Und ich erlebe meine Elterngeneration, in der dies irgendwie auch keine Seltenheit mehr ist.
Ich glaube, es gibt durchaus Zeiten, in denen die Menschen durch die Liebe wirklich glücklich werden. Aber ich glaube nicht(mehr) daran, dass dieser Zustand wirklich bis zum Ende des Lebens anhalten kann.
In der Realität ist es nunmal anders.
Jedes noch so glückliche Paar findet irgendwann seine Trennung, sei es wegen der Untreue, weil einer plötzlich jemandem Begegnet, der Besser zu sein scheint, weil die Liebe dann doch aufgebraucht scheint, weil man "Leben" will und eine Partnerschaft für das erfüllte Leben meist ein Hindernis darstellt, oder, oder, oder.
Vielleicht habe ich diese Einstellung auch nur als Schutzmechanismus entwickelt. Ich kann es nicht sagen. Aber ich schließe die richtige, endlose Liebe ja auch nicht vollkommen aus. Ich schätze nur, dass es diese bei einem Pärchen von 100 vielleicht gibt. Traurig, aber aus meiner Sichtweise, leider wahr. Und das alles ist ein Resultat daraus, dass ich schon seit geraumer Zeit nur noch beobachten kann, wie Familien auseinanderbrechen. Wie Beziehungen beendet werden, obwohl sie es eigentlich, meistens, garnicht müssten. Die Welt scheint so für mich schon ein bisschen traurig, wenn ich ehrlich bin.
Ich habe bis vor einiger Zeit nie gewusst, was das Wort "Liebe" eigentlich bedeutet. Es heißt: "Lasse eine Brücke entstehen."
(- mir ist gerade aufgefallen, dass heute Valentinstag ist und ich über die Liebe geschrieben habe. Und das so negativ. Das tut mir leid. Macht euch einen schönen Tag) ♥
... <3
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